Kashgar bis Chengdu – China

Gerd und ich sind seit bald 3 Wochen in China unterwegs.

Unser erster Stop war in Kashgar, wo unsere Räder ueberwintert haben. In Kashgar waren wir im November 2012 für 3 Wochen, als es Gerd so schlecht ging. Diesmal gab es keine gesundheitlichen Probleme und wir konnten in Ruhe unsere Planung erledigen und Freunde vom letzten Mal treffen.
Vorallem die Einladung von Ibrahim war spannend! Ibrahim hatte uns Anfang November mit seinem Truck mitgenommen, als wir auf den 140km zwischen der chinesischen Grenze und der Zollkontrolle nicht radeln durften. Er ist Uigure und durch ihn haben wir einen guten Einblick in die Probleme, Hoffnungen und Bräuche seines Volkes.
Besonders sein Abschiedsgeschenk gab uns ziemliche Rätsel auf!!!
Bis er es uns sehr eindrücklich erklärte, hatten wir keinen Plan, was das sein soll….
Bin schon gespannt, was eure Vermutungen so sind…

Von Kashgar aus fuhren wir fast 40h lang mit dem Zug nach Osten und stiegen nach der anschliessenden nächtlichen, 2-stündigen Taxifahrt in Dunhuang aus. Blöderweise bin ich hinter dem Fahrer gesessen, der immer wieder bei offenem Fenster geraucht hatte. Das war selbst mir zu kalt und die nächsten Tage war ich mit einer schweren Atemwegsinfektion ans Bett gefesselt.
Erst nach mehreren Antibiotica-Infusionen im lokalen Krankenhaus kam ich wieder auf die Beine. Schliesslich ist es sich aber doch noch ausgegangen, zum Mondsichelsee zu fahren. Deswegen sind wir ja überhaupt dort hin gefahren!

Der Mondsichelsee ist eine natürliche Quelle inmitten von einer Sandwüste. Zwischen den 100m hohen Sanddünen liegt der sichelförmige Teich, an dessen Bucht ein buddistisches Kloster gebaut wurde.
Ich persönlich fand aber die Landschaft aus Sanddünen noch viel toller als dieses eingezäunte und in “Disneyworld” verwandelte Planschbecken…
Kaum zu glauben, dass der Mondsichelsee in der Hauptsaison von 8000 Touristen pro Tag besucht wird… Und dass man dann Kamelreiten, Quad und Geländewagen fahren, Motorsegeln, Rodeln,… dort kann!
Der ehemals sicher spirituelle Ort ist ein Freizeitparadies geworden…

Dann fuhren wir weiter nach Lanzhou, wobei wir in Jiayuguan ca 7h Aufenthalt hatten. Die nutzten wir, um das Westende der Chinesichen Mauer zu besichtigen!
Wir waren total überrascht, dass es trotz der totalen Überwachung und Paranoia, die wir bisher in diesem Land erlebten, möglich war, unsere schweren Rucksäcke während der Besichtigung abzugeben.
Leider war alles etwas stressig, da wir bloss 1,5h Zeit hatten, um das Fort und die Mauer zu besichtigen. Aber immerhin waren wir dort und konnten einen Eindruck dieses beachtlichen Bauwerks gewinnen.
Spannend ist, dass die Mauer wegen den feindlichen Truppen von Amir Timur, so weit nach Westen verlängert wurde. Amir Timur war um 1400 ein zentralasiatischer Herrscher und Eroberer, dessen Statue wir in Taschkent, Usbekistan gesehen haben, wo er als Nationalheld verehrt wird.

In Lanzhou stiegen wir in einen Bus um, der uns hinauf in die Berge nach Xiahe brachte. Xiahe (gesprochen “Schache”) ist eine tibetische Stadt in der chinesischen Provinz Gansu. Das Labrang-Kloster dort ist eines der grössten tibetischen Klöster ausserhalb von Tibet. Viele der über 1000 Mönche dort haben auch einige Zeit in Tibet verbracht und uns sehr nahe gelegt, dorthin zu fahren. Das ist wegen dem benötigten Permit nicht möglich, doch in der Region um Xiahe haben wir dennoch einen guten Eindruck in die tibetische Kultur bekommen.

Unser nächster Stop in Langmusi vertiefte diesen Eindruck noch. Diese tibetische Keinstadt ist noch weit weniger touristisch – vorallem um diese Jahreszeit.
So waren auch die Mönche wesentlich offener. Bei unserem abendlichen Spaziergang durch die Klosteranlage sammelten sich rasch einige Mönche, denen wir mithilfe von Fotos und einem Übersetzungsprogramm auf Gerds Iphone von unserer Reise erzählten.
Am nächsten Tag genossen wir nochmal die absolute Ruhe und Stille in den Bergen. Wir zogen uns auf ein Aussichtspavillion zurück, dass wir die ganze Zeit für uns hatten und Dank intensiver Sonneneinstrahlung war es trotz der Hochgebirgslage schon angenehm warm.

Dann folgte eine anstrengende 12 Stunden Bus/Bus/Taxi-Fahrt die uns von 3800m auf 500m hinunter führte. Abends kamen wir total fertig in Chengdu an, der Provinzhauptstadt von Sichuan. Am nächsten Tag fuhren wir gleich zum Bahnhof, um unsere Räder abzuholen!!! 🙂

Am Weg zurück zum Hostel kribbelte es uns enorm in den Beinen und wir können die Weiterfahrt kaum noch erwarten!
Jetzt sind wir noch einige Tage in Chengdu um unser Visum zu verlängern, die Räder zu warten und den Pandazoo zu besichtigen.

Und dann… Ich kanns kaum erwarten!!! …sind wir wieder mit den Rädern unterwegs Richtung Süden!

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