Besuch aus Wien – Thailand

Ich muss gestehen… Mein Fahrrad hat inzwischen Spinnweben angesetzt!

Seit bald einem Monat ist meine Freundin Sophie bei uns in Thailand. Gemeinsam haben wir so eine gute Zeit, dass sie am geplanten Abreisedatum vor einer Woche spontan ihren Aufenthalt verlaengert hat.
Ihr koennt euch kaum vorstellen, was es fuer ein Geschenk ist, nach fast 1,5 Jahren “Abstinenz” wieder eine langjaehrige Freundin um mich zu haben!

Dank Sophies diesbezüglichem Interesse und Vorwissen sind Gerd und ich in diversen Seidengeschaeften und Texilmuseen gelandet. Der 70cm hohe Smaragd-Buddha im Tempel beim Koenigspalast war auch sehr faszinierend. Zum Jahreszeitenwechsel wird er stets vom König in ein anderes, goldenes Gewand gehüllt. (Derzeit: Regenzeit)

Nach den ersten Tagen in Bangkok sind wir nach Kanchanaburi gefahren, um mehr über die wahren Begebenheiten der mysteriösen Kwai-Brücke zu erfahren. Kennt ihr den Film: “Die Brücke am Kwai”?

Die Geschichte beruht nur sehr begrenzt auf Tatsachen. Doch die japanischen Kriegsgefangenen/Arbeitslager gab es wirklich. Binnen 16 Monaten sollte von Amerikanern, Niederlaendern, Briten, Indern, Thais und Burmesen eine Bahnstrecke nach Burma (Myanmar) aus dem Boden gestampft werden, die laut japanischen Ingeneuren 5 Jahre Bauzeit benötigen würde. Die Bedingungen waren furchtbar – schwerste koerperliche Arbeit, Nahrungsmangel, Folter, Krankheiten und keine Gnade bei den bis auf die Knochen abgemagerten Gefangenen. Irgendwie wiederholt sich die Geschichte immer wieder an verschiedenen Orten. Konzentrationslager, sibirische, chinesische, japanische Straflager, die Roten Khmer in Kambodscha…

In einer friedlichen Zeit zu leben und in einer Familie aufgewachsen zu sein, die genug Essen, Zeit und Zuneigung für mich hatte, ist purer Luxus!

Nach dem emotional anstrengenden Museumsbesuchen und der Brueckenbesichtigung (die Bahnbrücke ueber den Kwai wurde nach der Zerstörung durch die Allierten wiederaufgebaut) suchten wir etwas Erholung im Erawan Nationalpark. Die Wasserfaelle waren wirklich schoen, doch ähnlich wie bei den Scenic-Points in China ist alles sehr inzeniert und organisiert. Ein Nationalpark in Österreich ist einfach ein geschütztes und betreutes Gebiet. Naturbelassen, aber zugänglich.

Hier zahlt man erstmal Eintritt. Dann gibt es einen einzigen Weg, den man gehen kann, doch ab drei Uhr nachmittags muss man zurück. Man darf weder Essen noch Trinken mitnehmen. (Da die Leute sonst ihren Müll überall liegenlassen?)

Da wir schon im Morgengrauen, losgingen, als noch niemand am Wachposten sass, konnten wir immerhin unsere Jause mitnehmen. Irgendwie fand ich das alles sehr absurd! Doch als wir im glasklaren Naturpool unter dem Wasserfall schwammen und Fische an unseren Zehen knabberten, während die Sonne am blauen Himmel hoeher stieg, waren diese seltsamen Rahmenbedingungen nicht mehr wichtig…

Unsere nächste Station war Ayutthaya, eine ehemals prachtvolle Königsstadt. Spätestens danach habe ich vorerst genug Ruinen besichtigt! 😉

Nachdem Gerd, Sophie und ich uns in Bangkok wiedertrafen, fuhren wir gemeinsam zur Schlangenfarm des Roten Kreuz. Wieder ein sehr aufschlussreiches Museum, interessante Einblicke in die Antiserumsgewinnung und leichtes Gruseln beim Melken der Koenigskobras. Dass Schlangen in SO-Asien nachts ihr Terretorium auch gegen Menschen verteidigen, lässt Gerd und mich die Sache mit dem Campen nochmals ziemlich überlegen. Vielleicht sollten wir nachts doch Zuflucht bei Tempeln suchen, wenn kein Guesthouse in der Nähe ist…

Sophie und ich fuhren danach für ihre verbleibenden Tage auf die Insel Kut. Es war dort einfach genial -Wetter wie in der Hauptsaison, doch wir und Felix aus Deutschland waren die einzigen Touristen weit und breit. Gemeinsam mit Felix haben wir viel unternommen: Schnuppertauchkurs, Wasserfall schwimmen, schnorcheln, Wasserschnecken fangen und Abends in der Tawanbar relaxen. Min, die thailändische Freundin unseres deutschen Tauchlehrers und Guesthouse-Betreibers verwöhnte uns mit selbst gebackenem Brot und Käsespätzle.

Wir haben versucht, die Zeit anzuhalten, doch gelungen ist es uns nicht.

Plan B war, Sophies Rückflug zu verschieben und später nochmal in dieses Paradies zurück zu kommen.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s