Aserbaidschan

Seit Sheki ist wieder viel passiert. Dort haben wir im Hotel Martin, einen deutschen Techniker für Webmaschinen kennengelernt, der schon in vielen Ländern dieser Welt Maschinen aufgebaut und Menschen eingeschult hat. Er ist oft für viele Wochen unterwegs und hatte viel zu erzählen.
Auch Elshan, den wir von Couchsurfing kennen haben wir durch puren Zufall dort getroffen, er war der Manager unseres Hotels und hat uns bei einem Freund eine Übernachtungsmöglichkeit für Baku organisiert.
Die Karawanserei, wegen der ich den Umweg über Sheki machen wollte, hatte wegen Filmarbeiten geschlossen. No way… Doch den Kahnspalast von 1762 konnten wir besichtigen, ein beeindruckend schönes Gebäude.

Als wir von Sheki weiterfuhren, bekamen wir einen ersten Vorgeschmack von der Wüste, trockenes, nur mit einzelnen Disteln bewachsenes, ewig weites und flaches Land. Sehr heiß… Am nächsten Tag standen wir sehr früh auf, um der Mittagshitze zu entgehen. Wir sind weit gefahren und die hohen Temperaturen trugen zusätzlich zur Erschöpfung bei. Ein paar weitere ungünstige Parameter führten zu mangelnder Aufmerksamkeit bei mir und da passierte es! Mein Vorderrad traf bei hoher Geschwindigkeit auf einen großen Stein, der auf der Straße lag und ich stürzte auf Schotter und Glasscherben. Das war erstmal echt böse und meine linke Hand und das Knie hatten tiefe Wunden und bluteten recht stark. Immerhin war nichts gebrochen oder gezerrt. Nach der 1. Hilfe musste ich noch ca. 8km ins nächstgelegene öffentlichen Spital fahren, wo ich genäht wurde. Dort war ich offensichtlich die absolute Attraktion. Ich denke, dass nicht immer 10 Schwestern beim Nähen rundherum stehen und aufgeregt schwätzen und lachen. Gerd blieb draussen bei den Rädern und wäre beinahe mit einer Krankenschwester verkuppelt worden. Konnte gerade noch rechtzeitig erklären, dass er mit mir verheiratet ist. 😉

Am nächsten Tag war erstmal Pause, dann fuhren wir weiter, beschlossen aber, nach 50km den Zug nach Baku zu nehmen.
Der Zug war ein Abenteuer für sich. 5h für 200km auf Holzbänken über Gleise, die so holprig waren, dass einem nach 30min schon alles wehtat. Im Zug trafen wir Bajim, der Deutsch studierte und uns viel über Land und Leute hier erzählen konnte. Nach 11 in der Nacht kamen wir in Baku an und fuhren mit dem Taxi zu Jalals Wohnung. – Eine Großaktion mit all unsrem Zeug + 2 Rädern…
Am naechsten Tag fuhren wir gleich zur Internationalen Klinik, um die Nähte checken zu lassen. Die Hand ist ok, das Knie soll ich noch etwas beobachten. Dort ließ ich mir auch gleich meine 3. Hepatitisimpfung spritzen, damit ist das auch erledigt…
Jetzt sind wir noch ein paar Tage bei Jalal, bevor wir mit dem Frachtschiff nach Kasachstan fahren. Heute haben wir den Hafen und das Ticketoffice schonmal gesucht. Am Sonntag wollen wir fahren, aber es ist noch nicht bekannt, ob es da wirklich ein Schiff gibt.

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