NO-Türkei und Georgien‏

Nachdem Gerd und ich mit dem Zug nach Kars gefahren sind, haben wir dort einige Tage Pause gemacht und wieder unser Zeug und die Weiterreise organisiert.
Naja, man denkt, man macht Pause und in Wirklichkeit hat man nach wenigen Minuten überlegen gleich eine enorme To-Do-Liste beisammen. Man braucht noch Speicherkarten, will Fotos ausdrucken und zum Friseur, natürlich werden die Räder durchgecheckt, die Wäsche gewaschen, die Daten gesichert, die letzte Etappe dokumentiert und mal wieder Kontakt nachhause aufgenommen…
Am Ende ist man echt froh, wieder am Rad zu sitzen! 🙂

Die Etappe, die dann folgte, war erstmals wirklich eine Herausforderung. Es ging bei rauen Bedingungen (Sturmartiger Gegenwind, teilweise Regen, Kälte, schlechter, sehr klebriger (!) Asphalt, viele Höhenmeter…) durch die nord-ost-anatolischen Berge, weit abseits von “richtiger” Zivilisation. In der weiten Steppe war außer einzelnen kleinen Ansammlungen von Steinhäusern, einigen Einheimischen, vielen Pferden und Rindern nicht viel los.
Man kann sich diese Leere kaum vorstellen, wenn man tagelang durch die Steppe fährt, wo ein Ort mit einem winzigen Lebensmittelladen schon eine Metropole darstellt…
Für eine Nacht wurden wir von einer Familie eingeladen, was sehr interessant war. Das Haus und der Stall war sehr einfach und schlicht, doch es war wohl trotzdem eine wohlhabendere Familie, da sie ein recht neues Auto hatten. Die Frauen verschwanden, sobald wir ankamen, mit dem männlichen Teil der Familie haben wir gegessen und einen netten Abend verbracht. Für mich ist diese Geschlechtertrennung schon etwas gewöhnungsbedürftig…

Nachdem uns der Grenzübergang nach Georgien fast vor der Nase geschlossen hatte (das Tor war nichtmal mehr halb offen…), fanden wir einen Zeltplatz an einem Wasserkraftwerk, wo wir für zwei Tage blieben.

In Georgien sind wir bis Gori eher durchgefahren, da Gerd immer wieder gesundheitliche Probleme hatte und das Wetter schlecht war. In Gori haben wir einige Leute von der european monitoring mission kennengelernt, die die Grenze zu Südossetien beobachten. Da waren Deutsche, Dänen, Griechen und Schweden, die als Polizisten,vom Militär oder als Zivilisten hier sind. Günter hat uns für die nächste Nacht bei sich zuhause eingeladen, da alle Hotels ausgebucht waren. Dadurch konnten wir die ca 3000 Jahre alte Höhlenstadt Uplistsikhe in Ruhe besichtigen. Das Stalin-Museum von Gori, dessen Geburtsstadt, haben wir nicht besichtigen wollen. Am Abend erzählte Günter uns von seinem persönlichen Traum und Projekt, sich mit einem Hotel namens Alpenhaus in Kazbegi (Nordgeorgien, Kaukasus) selbstständig zu machen. Der Bau hat schon begonnen. Eines Tages werde ich dort vorbeikommen…

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