Von China nach Laos

Die letzten paar Tage in China haben uns dann doch nochmals sehr gut gefallen. Wir sind den Highway entlang geradelt, der uns durch monströse Brücken und teils Kilometer lange Tunnel viele Höhenmeter ersparte. Es war nicht besonders viel Verkehr und die Aussicht auf die zunehmend tropisch bewachsene Hügellandschaft war toll! Doch großteils waren riesige Monokulturen – Kautschukplantagen, Bananenplantagen und Reisfelder – angelegt und beinahe alle Hänge waren in Terassen gestuft. Auch wenn das ein tolles Panorama hergab, so ist es doch traurig, dass vom ursprünglichen Wald nichts übrig geblieben ist. (Ausser natürlich im “Scenic rain forrest park” bei Jinghong, mal wieder mit riesigem Parkplatz, Touristenbussen auf asphaltierten Strassen, die den Park durchzogen… China eben! Wir waren nicht drinnen…)
Ein besonderes Abenteuer hatten wir, als wir eine Nacht in einer Kautschukplantage zelteten und morgens noch vor Sonnenaufgang der Bauer durch die Baumlinien zog, um die Rinden anzuritzen. Vom Zelt aus konnten wir ihm bei seiner Arbeit sehr gut beobachten und er grüßte freundlich und schaute neugierig, als er bei uns vorbei kam.
An unserem Ruhetag in Mengla radelte ich auf Erdpfaden durch die Bananenplantagen, während Gerd das Hotelzimmer vorzog. Ich landete bei einer Familie unter dem Schatten spendenden Pavilion und wurde sofort zum Essen eingeladen. Mal wieder war ich einerseits von der Gastfreundschaft überwältigt und andererseits erstaunt, wie gut man selbst ohne gemeinsamer Sprache miteinander kommunizieren kann. Immerhin verstanden sie, dass mein “Ehemann”, gerade im Hotelzimmer abschnarcht! 😀
Nach einem weiteren Radtag hatten wir die Grenze bei Mo Han erreicht.

Inzwischen sind wir bald 2 Wochen in Laos und es gefällt uns richtig gut!
Hier radelt man (meistens) entlang von unberührter Natur und die Wälter sind so verwachsen und überquellend grün, dass es mir nach der langen Zeit in den Steppen Zentralasiens manchmal einfach unglaublich vorkommt.

An der Strasse liegen winzige Dörfer, die aus lauter Bambus-Blockhütten bestehen und zur heissen Tageszeit toben die Kinder im Fluss, um dann nackt zwischen den Hütten umherzuflitzen. Oft sieht man aus Bambus gebaute Webstühle, an denen die Frauen farbenfrohe Tücher weben. Abends und morgens sieht man Fischer die auf schmalen Bambusbooten auf den Flüssen unterwegs sind, oder mit dem Wurfnetz in der Hand durch das Wasser waten, elegant die Netze auswerfen und sogleich hinterher tauchen.
Oft sind die Dörfer so klein, dass es schwierig ist, etwas zu essen zu organisieren. Doch spätestens nach 2 Tagen ist man ohnehin wieder in einem kleinen Städtchen. In denen wimmelt es dann teils vor Touristen und ich wundere mich, wo die denn alle herkommen!

Neben dem Radfahren hatten wir auch ein paar wunderschöne Boots-Etappen.
Vom Boot aus haben wir auch schon unseren ersten Elefanten gesichtet, der sich am Flussufer nahe eines Dorfes mit Grass vollstopfte. Auch wenn es in Laos ca. 2000 wilde Elefanten gibt, war es wohl einer der vielen Arbeitselefanten, die auch heute noch eine wichtige Rolle in Laos spielen.

Inzwischen sind wir seit einigen Tagen in Luang Prabang, der alten Hauptstadt des “Königreiches der Millionen Elefanten”. Wir haben Tempel und das Museum besichtigt, freunde wieder getroffen und waren beim Roten Kreuz in der Kräutersauna. Doch vorallem haben wir und eine entspannte Zeit gemacht.
Vorallem für mich ist das Klima hier ab dem späten Vormittag unerträglich heiss!!!

Doch ich denke, wir werden uns mit der Zeit daran gewöhnen und ausserdem steht ohnehin die Regenzeit vor der Tür.

Ab Morgen sitzen wir dann wieder am Rad und machen uns auf den Weg nach Vientiane, der Hauptstadt des Landes.

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